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Grabhügel Zigiholz

In den 21 Hügeln im "Zigiholz" oberhalb Sarmenstorf wurde bereits 1895 und 1912 gegraben, doch erst 1925−1928 fanden reguläre archäologische Ausgrabungen in sechs Hügeln statt. Wie schon früher entdeckte man auch jetzt kaum Funde. Dafür waren die ausgegrabenen Steinstrukturen umso interessanter.

Ausgrabung Zigiholz Grabungsarbeiter 1926
Grabarbeiter 1926 (Quelle: Denkmalpflege Kanton Aargau)

 

Die Forscher erkannten neben anderen Formen eine Mondsichel, ein "Totenhaus" und eine Feuerstelle. Diese drei Strukturen wurden nach der Ausgrabung 1927 mit Mörtel konserviert und danach mehrfach in Stand gesetzt. Besonders eindrücklich war das "Totenhaus", das zuletzt 1970 aus Eichenbalken rekonstruiert wurde.

 

Neue Deutungen und ein Kindergrab

Diese Deutung der ausgegrabenen Strukturen entsprachen der Vorstellungen der 1920er und 30er Jahre und wird heute so nicht mehr vertreten. Gleiches gilt für die zeitliche Einordnung. Die beiden jungsteinzeitlichen Scherben, 1925 auf dem Aushub entdeckt, sind typisch für die sogenannte Schnurkeramik (etwa 2800−2400 v. Chr.). Sie gehörten aber wohl nicht zu einem Grab. Wahrscheinlich sind es ältere Siedlungsabfälle, die mit der Erde für die Hügelschüttung hierher gebracht wurden.

Bei den Ausgrabungen 1927 wurde ein Kindergrab mit mittelbronzezeitlichem Bronzeschmuck entdeckt und auch 1912 soll bereits Bronze gefunden worden sein. Zusammen mit den für die Bronzezeit typischen Steinstrukturen deutet also alles darauf hin, dass im "Zigiholz" mittelbronzezeitliche Hügel liegen (etwa 1500−1300 v. Chr.), die damals in der Nähe einer längst verlassenen jungsteinzeitlichen Siedlung aufgeschüttet worden waren. Dass kaum bronzezeitliche Funde entdeckt wurden, ist typisch für diese Epoche. Anscheinend wurde bei den meisten Gräbern damals schon kurz nach der Grablege alles Wertvolle wieder entnommen – ob von "bedürftigen" Nachfahren oder von gierigen Nachbarn wissen wir leider nicht.

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Grabhügel heute (Quelle: Denkmalpflege Kanton Aargau)

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